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Das EUR1-Zertifikat

Die Europäische Union (EU) hat zahlreiche präferenzielle Handelsabkommen mit mehr als 100 Ländern unterzeichnet. Ziel davon ist es, Zollsenkungen für die Einfuhr von Waren europäischen Ursprungs in die betreffenden Länder zu erreichen. Eine der wichtigsten Vereinbarungen ist das EUR1-Zertifizierungssystem, aber was genau ist das? Welche Bedeutung hat es? Wie kann man es erhalten?

Wir erklären es Ihnen weiter unten!

Was ist das EUR1-Zertifikat?

Dabei handelt es sich um ein Dokument, das den Präferenzursprung für die Ausfuhr von Waren aus der Europäischen Union in die Länder rechtfertigt, mit denen die EU Handelsabkommen abgeschlossen hat.

Mit anderen Worten: Dieses Zertifikat garantiert, dass die Waren aus der Europäischen Union stammen und somit für ein Präferenzabkommen zur Auswahl stehen, wenn sie auf Märkte gelangen, mit denen die EU Handelsabkommen geschlossen hat. Dies ist nicht nur für Importeure von Vorteil, sondern auch für EU-Exporteure, da sie dadurch auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähiger werden und ihre Exportkosten senken können.

Es ist erwähnenswert, dass diese Bescheinigung nur für EU-Länder gilt. Für die Ausfuhr von Waren, die in anderen Ländern hergestellt und damit aus dem EU-Gebiet ausgeführt werden, kann sie nicht genutzt werden.

Wo kann ich das EUR1-Zertifikat beantragen?

Dieses Zertifikat beantragen Sie bei der Ausgangszollstelle. Um nachzuweisen, dass die Waren aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft stammen, müssen sie es dann bei der Bestimmungszollstelle vorzeigen.

In Deutschland erfolgt die Ausstellung der Bescheinigung über das Zollamt. Beantragen Sie hierfür bei Ihrer Zollstelle eine entsprechende Vorlage.

Welche Angaben muss die EUR1-Bescheinigung enthalten?

Die EUR1-Bescheinigung muss enthalten:

  • Anschrift und Name des Ausführers.
  • Anschrift und Name des Empfängers.
  • Beschreibung der Waren: vollständige Angaben zur Art, Menge und dem Wert der Waren.
  • Herkunftsland.
  • Gebiet oder Land des Bestimmungsortes.
  • Bruttogewicht.
  • Informationen zum Transport.

In welche Länder kann ich mit der EUR1-Bescheinigung exportieren?

Die Europäische Union hat mit den folgenden Ländern Präferenzhandelsabkommen geschlossen:

  • Europa: Island, Färöer Inseln, Liechtenstein, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Georgien, Albanien, Mazedonien, Republik Moldau, Ukraine, Norwegen, Schweiz und Serbien.
  • Naher Osten: Jordanien, Libanon, Israel und Syrien.
  • Afrika: Marokko, Algerien, Ägypten, Südafrika und Tunesien.
  • Amerika: Dominikanische Republik, Chile, Mexiko und Kolumbien.

Die vollständige Liste der Handelsabkommen, die die Europäische Union bereits unterzeichnet hat und diejenigen, die derzeit mit anderen Ländern verhandelt werden, finden Sie auf der Website der Europäischen Kommission.

Welche Folgen hat es, wenn man das EUR1-Zertifikat nicht nutzt?

Zweifellos ist die rechtzeitige Ausstellung der EUR1-Bescheinigung entscheidend, um Probleme, Verzögerungen und zusätzliche Kosten bei der Ausfuhr von Waren zu vermeiden. Wenn das Zertifikat nicht vorgelegt wird, muss der Importeur die vollen Zölle zahlen, was die Einfuhrkosten erhöht.

Was aber geschieht im Falle von Vergesslichkeit oder Unwissenheit?

In beiden Fällen muss ein Duplikat innerhalb von fünf Monaten nach Beginn der Ausfuhr nachträglich ausgestellt werden, um sicherzustellen, dass es vor den Waren am Bestimmungsort eintrifft.

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